Ich sende dir österliche Grüße aus der Inneren Einkehr, die ich mir dieses Jahr gönne. Für mich ist die Zeitqualität um Ostern immer eine besondere. Die Stille dieser Tage erlaubt es mir, mich tief in mein Selbst hinein sinken zu lassen. Mit diesem Sinken tauchen Erinnerungen an meine Reise nach Jerusalem vor einigen Jahren und meine Beziehung zu Jesus auf.
Ich konnte damals nicht aufhören, durch die engen Gassen der Altstadt zu laufen und die Eindrücke haben wahrlich einen Ein- bzw. Abdruck in mir hinterlassen. Ich kann die verschiedenen Orte immer noch riechen und spüren. Vor meinen Augen taucht der Garten von Gethsemane auf und die Geschichte, die Swami uns dazu erzählte. Die Essenz war, dass die Jünger nicht einmal die Nacht über wach bleiben konnten, um Jesus zu beschützen.
Wie mögen sie sich gefühlt haben, als daraufhin die Dinge ihren Lauf nahmen? Irgendwie berührt mich das. Auch ich saß in der Dominus Flevit Kirche gleich nebenan, einer Kirche die in Form einer Träne gebaut wurde. Und die Tränen laufen mir leise über die Wangen und ich spüre den Schmerz, dass wir unser Versprechen gegenüber Swami nicht gehalten haben – das Versprechen, als Gemeinschaft zusammen zu stehen. Und ich fühle den Schmerz in meinem Herz über den Verlust des Meisters auf der physischen Ebene. Es tut mir gut, diese Energie fließen zu lassen, auch wenn ich weiß, dass dies oft die letzte Lehre eines Meisters für seine Schüler ist, um ihnen die Verbundenheit allen Seins über den Körper hinaus wahrzunehmen zu lehren.
Jedes Jahr zu Ostern erlebe ich diesen Schmerz, der über mein eigenes Sein hinausgeht. Es ist der Schmerz darüber, dass wir Menschen es anscheinend so schwer haben, uns für die Liebe und gegen den Haß zu entscheiden. Ich erinnere mich an eine Ostermeditation zu Swamis Lebzeiten. Ich saß mit einer kleinen Gruppe von Frauen im Jesus-Tempel und mein Bewusstsein ging auf die Reise 2000 Jahre zurück. Ich weiß nicht mehr genau, was passierte und wie lange die Mediation dauerte. Ich wurde plötzlich „zurück gerufen“ und alle Frauen schauten mich mitfühlend an, während mir still die Tränen liefen. Damals war ich verwundert, da ich keinerlei religiöse Prägung oder Wissen über Jesus hatte. Erst einige Jahre später wurde mir klar, dass ich eine Verbindung zu Jesus und den Ereignissen haben muss. Und ich erhielt den Segen von Swami, einen Darshan mit Jesus erfahren zu dürfen. Darshan bedeutet, das man einer Seele in physischer Form gegenüber steht. Noch kann ich nicht viel mehr darüber erzählen und vielleicht hätte ich es für einen Traum gehalten, hätte ich nicht aus Jesus Hand 12 rosa schimmernde Halbedelsteine bekommen. Ich teilte sie mit meiner Freundin damals und heute dienen mir die restlichen 6 Steine als real existierender Beweis meiner Erfahrung.
Doch zurück zu meiner Reise nach Jerusalem. In Grabeskirche durfte ich eine besondere Erfahrung machen. Es passiert, als ich meine Stirn auf den Stein gleich beim Eingang lege. Mit einem mal kann ich alles rund um mich herum sehen, obwohl mein Kopf mit geschlossenen Augen auf diesem Stein liegt. Der Raum um mich herum ist ganz groß und weit und alles darin hat seinen Platz und seine „Richtigkeit“. Später erfahre ich, dass es der Salbungsstein war. In der Nacht nach dieser Erfahrung wache ich auf und muss meine Kleidung wechseln, weil mein gesamter Brustbereich total durchgeschwitzt ist.
Diese Erinnerungen bringen mich heute in Kontakt mit der Energie von Jesus.
Noch immer sind nur sehr wenige Menschen in der Lage, seine Botschaft wirklich zu leben. Noch immer glauben die Menschen, dass ein Krieg oder irgendetwas Positives, durch Krieg zu erreichen sei. Noch immer sind wir nicht in der Lage, jemanden der uns droht oder sogar angreift, mit Liebe zu begegnen. Ja, das ist schwer! Und so werden die Opfer von damals zu Tätern von heute. Und der Krieg lebt fort, im Großen wie auch im Kleinen, in den Familien, Partnerschaften, im Straßenverkehr, im Beruf…
Das Heilmittel, dass uns Swami damals gab, lautet:
Liebe & Bewusstsein.
Wir können unsere Liebesfähigkeit trainieren, in dem wir lernen, unsere (und andere) Gefühle anzunehmen. Es braucht diese Akzeptanz, um den Schmerz durchfühlen und loslassen zu können. Man kann das auch „Hingabe an das was ist“ nennen, das Jesus so eindrucksvoll demonstriert hat. Diese Hingabe öffnet das Herz.
Und was ist, wenn die überwältigenden Eindrücke der Welt das Gefühl von Hilflosigkeit in uns auslösen? Dann schau, wo du in deinem Leben ganz konkret Liebe und Bewusstsein in die Welt bringen kannst. Es werden nicht „die da oben“ sein, die eine neue Epoche einläuten. Es sind die Schwingungen, die wir aussenden, wenn wir in unserem privaten Umfeld und auch darüber hinaus für Frieden sorgen – gegenüber dem Partner, den Kindern, dem Kollegen, dem Mitgefühl gegenüber den Menschen, die leiden,…
Jeder hat in jedem Moment die Möglichkeit und auch die Verantwortung, den Menschen, der Welt und dem Leben gegenüber, Liebe und Respekt aufzubringen. Das ist der Prozess, den Jesus einst vorlebte und der immer noch von jedem Einzelnen gegangen werden will, um nach und nach eine breite Allee für Alle zu bauen.
Jeder kann es lernen – das war die Botschaft von Jesus und von meinem Lehrer Swami Kaleshwar! Möge die Auferstehungs-Energie dieses Ostersonntags dich in deinem Bewusstsein anheben und dein Herz öffnen!










